Montag, 14. September 2009

Editieren von Texten: 4. Die Charaktere

Ohne lebendige, überzeugende Figuren ist auch die spannendste Geschichte ein Ärgernis für den Leser, falls er sie überhaupt zu Ende liest. Beachte bei der Ausarbeitung folgende Grundregeln

  • Sind deine Figuren real? Oder sind sie eine Mischung aller Stereotypen aus Büchern, die du je gelesen hast? Sind sie komplex genug, um den Leser zu interessieren?
  • Sind deine Figuren einheitlich bis zum Schluss? Leser nehmen unterschiedliche Beschreibungen von Figuren durchaus wahr (langes Haar, kurzes Haar und plötzlich wieder langes Haar). Hat deine Figur ein körperliches Gebrechen, dann achte genau darauf, was sie kann und was nicht, die Leser fühlen sich hinters Licht geführt, wenn der Fall gelöst wird, weil die „gelähmte“ Hauptfigur zwischenzeitlich eine Fassade hinaufgeklettert ist, um Informationen aus einem Bürogebäude zu besorgen.
  • Deine Hauptfigur muss vor einem inneren oder äußeren Konflikt (oder beides) stehen. Sie muss ein Rätsel lösen oder sich einem Gewissenkonflikt stellen, nur so kannst du deine Leser fesseln.
  • Entwickelt sich die Hauptfigur in deiner Geschichte? Eine Handlung ist nur interessant, wenn dein Hauptcharakter am Ende eine Entwicklung durchgemacht hat. Er hat etwas erreicht, er hat neue Einsichten erlangt, er sieht verschiedene Dinge nun anders. Wenn nicht, was ist dann der Sinn deiner Geschichte?
  • Vermittle den persönlichen Hintergrund deiner Figuren häppchenweise und vorzugsweise dort, wo es in die Geschichte passt, z.B. durch Rückblenden. Schreibe nicht die ganze Lebensgeschichte deiner Hauptcharaktere an einem Stück, das stoppt den Fluss der Handlung und der Leser muss sich seitenweise durch „dröge“ Beschreibungen quälen.


Weitere ausführliche Informationen, wie du deine Geschichten mit Figuren bevölkerst und ein umfangreiches Schaubild für Figuren findest du im Krimi-Workshop-Skript .

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